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In der Insolvenz den Selbstbehalt der Pfändungstabelle entnehmen

Pfändungstabelle

Innerhalb einer Privatinsolvenz wird der Selbstbehalt durch die Pfändungstabelle geregelt. Alle Schuldner können den pfändungsfreien Selbstbehalt dieser Tabelle entnehmen und sich informieren, welche monatlichen Geldmittel zur Verfügung stehen. Da dieser Pfändungsschutz die Existenz absichern muss, beleuchtet der Privatinsolvenz Ratgeber den gesetzlichen Pfändungsschutz einmal genauer …

Das Gute ist, dass durch den Gesetzgeber das monatliche Existenzminimum nicht nur sichergestellt wird, sondern der gesetzliche Pfändungsschutz in der Pfändungstabelle auch veröffentlicht wird. Dies hat für alle Insolvenzschuldner den Vorteil, dass sie entsprechend überprüfen können, welche finanziellen Geldmittel ihnen nach einer Pfändung noch verbleiben. So wissen die Schuldner bereits im Vorfeld, ob dieses Einkommen ausreichen wird, um den Lebensunterhalt entsprechend zu sichern. Sollte das nicht der Fall sein, kann der pfändungsfreie Selbstbehalt bei Bedarf und auf Antrag angehoben werden. Hierfür sollten sich Schuldner vorher aber rechtliche Tipps oder Ratschläge von einer anwaltlichen Kanzlei einholen. Wichtig ist allerdings, dass sich alle Schuldner darüber im Klaren sind, dass sie auch mit Einschnitten während der Privatinsolvenz rechnen müssen. Die Höhe der Beträge in der Pfändungstabelle sind deshalb im Vergleich zum bisherigen Arbeitseinkommen vermutlich deutlich niedriger angesetzt. Allerdings wird mit dem geschützten monatlichen Selbstbehalt das Existenzminimum im laufenden Privatinsolvenzverfahren gesichert.

Die in der aktuellen Pfändungstabelle geregelten monatlichen Geldmittel richten sich im Übrigen in ihrer Höhe nach den individuellen Lebensverhältnissen. So erhält ein alleinstehender Schuldner in der Regel einen Geldbetrag von 1.049,99 Euro monatlich, der von niemanden gepfändet werden darf. Dieser Betrag erhöht sich automatisch, wenn Unterhaltsansprüche bestehen, sei es nun gegen Kinder oder gegen eine Ehefrau. Der nicht pfändbare Betrag dient der Sicherung des Lebensunterhalts und ist auch nicht von einem Gerichtsvollzieher pfändbar. Aber während der sechsjährigen Wohlverhaltensperiode bis hin zur endgültigen Restschuldbefreiung dürfen keine weiteren zusätzlichen Schulden gemacht werden. Vielmehr ist der Schuldner in der Privatinsolvenz verpflichtet, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um innerhalb vom Insolvenzverfahren seine Schulden abzutragen. Denn der Schuldner muss aus der Insolvenzmasse immer auch die Insolvenzgläubiger befrieden. Sollte der Schuldner den pfändungsfreien Selbstbehalt aufgrund einer bestehenden Arbeitslosigkeit nicht überschreiten und kann seine Insolvenzgläubiger deswegen nicht befrieden, ist der Schuldner immer dazu verpflichtet, sich um eine neue Arbeitsstelle zu bemühen.

Erreicht der Schuldner trotzdem er einer geregelten Arbeit nachgeht, monatlich den pfändungsfreien Selbstbehalt wegen zu geringen Arbeitseinkommen nicht, so hat der Schuldner aber auch innerhalb einer Privatinsolvenz nichts zu befürchten. In diesem Fall kann auch durch den Insolvenzverwalter keine Pfändung über die Freigrenzen (Pfändungstabelle Download) hinaus erfolgen. Die Restschuldbefreiung nach Ablauf der Wohlverhaltensphase kann aber dennoch erfolgen, solange sich der Schuldner an seine anderen Verpflichtungen im Rahmen der privaten Insolvenz gehalten hat. Hierbei sind insbesondere die Angaben zum Vermögen zu nennen. Denn auch bei einer Erbschaft, die der Schuldner während eines Privatinsolvenzverfahren erhält, muss er laut Insolvenzrecht einen Teil des Geldes an den Insolvenzverwalter abtreten. In der Regel sind dies 50 Prozent. Wie hoch der Betrag jedoch im Einzelfall ist, muss vom Insolvenzgericht individuell geprüft und entschieden werden.

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